Argumentarium

Das Wichtigste in Kürze

01
Die Annahme der Initiative für sauberes Trinkwasser würde die Schweizer Landwirtschaft auf den Kopf stellen. Sie ist ein gefährliches „agrarpolitisches Experiment“. Zudem hat sie nicht nur den Pflanzenschutz, sondern auch auf die Nutztierfütterung, die Biodiversität, die Agrarforschung und den Antibiotikaeinsatz im Visier.
02
Ein vollständiger Verzicht auf Pflanzenschutzmittel würde den Pflanzenbau in der Schweiz – egal ob ÖLN- oder Bio-Produktion – massiv einschränken und zu Mindererträgen im Umfang von 20 bis 40 Prozent führen. Mit der sinkenden Produktion würden die Preise für Schweizer Lebensmittel steigen und die Importe zunehmen. Letztere stammen aus Produktionsbedingungen, die nicht mit dem Schweizer Standard in Bezug auf Ökologie und Tierhaltung mithalten können.
03
Die Auflage für ausschliesslich betriebseigenes Futter würde die Produktion von Eiern, Geflügel- und Schweinefleisch extrem einschränken. Diese Lebensmittel kämen in der Folge vermehrt aus Ländern, in denen das Tierwohlniveau tiefer ist. Die Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie, z.B. Getreidekleie aus der Müllereibranche, könnten nicht mehr wie heute verfüttert werden und würden in Biogasanlagen oder in der Verbrennung landen. Ein ökologischer Unsinn.
04
Von der Initiative besonders betroffen sind eher kleinstrukturierte Betriebe, die extensiv wirtschaften. Diese Betriebe erzielen einen hohen Anteil ihrer Einnahmen über die Direktzahlungen und sind existentiell auf diese angewiesen. Die Betriebe sind den zusätzlichen Vorgaben gemäss Initiative für die Direktzahlungen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
05
Die Kommunikation rund um die Initiative macht die Trinkwasserqualität ungerechtfertigt schlecht. Fakt ist: Die Trinkwasserqualität in der Schweiz ist auch im weltweiten Vergleich hervorragend. Es besteht keine Gesundheitsgefährdung beim Konsum von Trinkwasser. Zudem ist bei Pflanzenschutzmitteln der Anforderungswert sehr tief angesetzt. Bei andern Stoffen, z.B. Blei, ist der Anforderungswert tausend Mal höher.
06
Die Landwirtschaft nimmt die in der Initiative angesprochenen Herausforderungen ernst: Mit dem „Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz“, der „Nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen“, dem „Aktionsplan Biodiversität“ und der von der Branche initiierten „Strategie nachhaltige Schweizer Futtermittelversorgung“ arbeiten Landwirtschaft und Behörden auf weitere Verbesserungen hin!
07
Weil sich die Trinkwasserinitiative auf die Direktzahlungen fokussiert, würden Betriebe, welche die Bedingungen bezüglich Pflanzenschutz oder Fütterung nicht erfüllen können, aus dem ökologischen Leistungsnachweis aussteigen und auf die staatliche Unterstützung verzichten. Deren Produktion würde sich in der Folge eher intensivieren und ihre Leistungen z.B. im Bereich Biodiversität sinken.
08
Die Branche nimmt die von den beiden Initiativen angesprochenen Themen ernst und anerkennt Handlungsbedarf. Die Antworten auf die Herausforderungen sind bereits in Umsetzung: nationaler Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, nationale Strategie Antibiotikaresistenzen, Strategie und Aktionsplan Biodiversität und die von der Branche initiierten «Strategie für eine nachhaltige Schweizer Futtermittelversorgung». Statt neue Gesetze und Vorgaben zu schaffen, sind alle bereits bestehenden konsequent umzusetzen.